WiN Germany begrüßt 100. Mitglied

Interview mit Dr. Silvia Nikles, 100. Mitglied von WiN Germany, am Rande der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2009 in Hannover



WiN-Präsidentin Beate Scheffler (links)
gratuliert Frau Dr. Nikles (rechts)


F
rau Dr. Nikles, was genau machen Sie bei der E.ON Kernkraft GmbH?

Ich leite bei der E.ON Kernkraft in Hannover den Bereich Genehmigung. In dieser Funktion bin ich insbesondere zuständig für die Durchführung aller Genehmigungsverfahren, d.h. letztlich für die Erlangung aller Genehmigungen für die von E.ON geführten Kernkraftwerke. Das sind sowohl die in Betrieb als auch die in Rückbau befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland.

Von meiner Ausbildung her bin ich Chemikerin und habe am Institut für Radiochemie an der Technischen Universität in München promoviert. Ich war nach meiner Promotion im Niedersächsischen Umweltministerium in der Kernenergieabteilung, also für die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde, tätig.

2003 bin ich zur E.ON Kernkraft gegangen und habe dadurch quasi die „Tischseiten“ gewechselt. Während ich bis dahin die Genehmigungsanträge von der Behördenseite her betreut habe, mache ich das jetzt für die Seite der Antragsteller.

Sie sind gerade das 100. Mitglied von WiN Germany geworden, herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle! Wie genau haben Sie denn von WiN erfahren?

Ich bin Mitglied der Kerntechnischen Gesellschaft. In der KTG habe ich bereits als WiN Germany gegründet wurde (vor einem Jahr – Anm. d. Red.), Informationen über WiN bekommen. Im Berufsalltag bekommt man ja sehr viele Informationen gleichzeitig und dabei habe ich leider WiN erst einmal zur Seite gelegt. Von vielen Kolleginnen, die schon bei WiN waren, bin ich zwischenzeitlich wieder auf WiN angesprochen worden. Als die Mitteilung über die nächste Mitgliederversammlung hier in Hannover kam, sagte ich mir: „Jetzt musst Du die Chance ergreifen, sonst geht es im Alltag wieder unter“ – und bin Mitglied geworden.

Warum finden Sie WiN unterstützenswert?

Die Grundidee von WiN, das Thema Kernenergie mit einer weiblichen, emotionalen Note zu besetzen, finde ich ganz wichtig. Neben Genehmigungen beschäftige ich mich in meiner Arbeit häufig auch mit Grundsatzfragen und Politik - wir arbeiten da stark mit unseren professionellen Öffentlichkeitsarbeitern zusammen. Ich sehe immer wieder, wie schwierig es ist, Fakten zu vermitteln. Wenn Ereignisse oder Themen mit Bezug zur Kerntechnik auftreten, werden sie in Presse und Medien meist verkompliziert. Ich weiß dann zwar, was dahinter steckt, sehe aber, wie falsch Themen dann in der Öffentlichkeit verarbeitet werden. Ich empfinde das mitunter als Drama. Daher sollte man es probieren, ob die weibliche Kommunikationsmethode vielleicht die bessere ist als eine rein sachliche Faktenorientierung.

Außerdem finde ich die Möglichkeit des Netzwerkens über WiN wichtig. Sowohl in Deutschland - auch über die Grenzen unserer Kraftwerksbranche hinaus z.B. Kontakte zu den Forschungsinstituten und zur Nuklearmedizin zu knüpfen– als auch international.

Auf der Mitgliederversammlung wurden die Themenbereiche der Arbeitsgemeinschaften (Kommunikation, Internet, Networking, Bildung, Struktur & Satzung) präsentiert. Könnten Sie sich vorstellen, sich in einem der WiN-Felder selbst zu betätigen?

Ich überlege noch. Die Arbeitsgruppen Networking und Bildung finde ich sehr interessant. Gern würde ich mich dafür einsetzen, junge Mädchen und Frauen an die Thematik heranzuführen.

Und was sagt Ihr Mann zu Ihrer Mitgliedschaft bei WiN?

Das hab ich ihm noch gar nicht erzählt!